Wernigerode Podcast #56 - Oberbürgermeister Tobias Kascha im Gespräch mit Aron Boks
Shownotes
Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Wo begegnen wir uns heute noch – und warum scheint Gemeinschaft manchmal schwieriger geworden zu sein?
In der neuen Folge des Wernigerode Podcasts spricht Oberbürgermeister Tobias Kascha mit dem Autor, Slam-Poeten und Moderator Aron Boks aus Wernigerode. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, welche Bedeutung Treffpunkte für unser Zusammenleben haben, wie sich soziale Beziehungen verändern und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten Ost- und Westdeutsche heute noch prägen.
Dabei geht es um persönliche Erinnerungen, Generationserfahrungen und die Suche nach Zusammenhalt in einer zunehmend digitalen Welt. Ein nachdenkliches und zugleich persönliches Gespräch über Heimat, Begegnungen und die Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander verbunden bleiben können.
Jetzt reinhören und spannende Perspektiven auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entdecken. 🎙️
Transkript anzeigen
00:00:01: Der Wernigerode Podcast.
00:00:04: Oberbürgermeister Tobias Kascher im Gespräch!
00:00:10: Ja, liebe Zuhörerinnen begrüße Sie recht herzlich zu einer neuen Episode des Werningerode Podcasts.
00:00:17: Diesmal etwas Außergewöhnliches denn wir hatten eine kleine technische Verzögerung oder Panne oder Ausfall wie man so will.
00:00:24: das kommt vor und nehmen dies mal mit der Technik hier im großen Saal des Rathauses auf.
00:00:30: Das heißt, das ist die erste Episode des Wernigerode Podcasts welche wir aus dem großen Saals sozusagen senden oder aufzeichnen.
00:00:37: auch für mich etwas besonderes hier zu sitzen und ein Podcast aufzunehmen.
00:00:41: hoffe es funktioniert auch technisch ganz gut.
00:00:43: ansonsten wichtig ist dass sie uns hören und begrüße Sie recht herzlich Und im Besonderen hier zu sitzen, im großen Saal habe ich mir auch einen besonderen Gast eingeladen auf den ich schon etwas länger warte und finde er macht ganz spannende Sachen.
00:00:56: Ich wollte unbedingt mit ihm sprechen!
00:00:58: Er ist sehr gefragt, sehr beschäftigt, ist in Wernigerode geboren und hat natürlich eine Verbindung zur Wernige Rode.
00:01:05: es ist Aron Boggs.
00:01:06: Ich freue mich lieber Aron dass du hier bist in meinem Podcast.
00:01:09: erste Frage wann warst du das letzte mal hier im großen saal?
00:01:12: Und zweite Frage wie gehts dir?
00:01:15: Hallo, also mit mir geht es gut.
00:01:16: So wie immer wenn ich in Wernigrode bin und Ich war das letzte mal in diesem in diesem Saal.
00:01:22: wir sind hier im Festsaal?
00:01:23: oder ist der festsaal?
00:01:24: Ja genau der fest Saal War ich das letzte Mal als ich eine Jugendweihe moderiert habe.
00:01:29: das war vor ein paar Jahren.
00:01:31: Das war ganz schön Und ich hab meine eigene Jugendweiher im Blankenburg Im Gymnasium am Tee.
00:01:39: Aber ich weiß dass meine Eltern ihre Jugendweihr hatten.
00:01:41: deswegen fand ich das damals ganz cool.
00:01:44: Und ja, ich freue mich hier zu sein.
00:01:45: Hier im Podcast zu sein!
00:01:47: Danke dass du da bist.
00:01:48: Ich würde dich ein bisschen vorstellen wollen und du fällst mir immer ins Wort wenn ich was Falsches sage.
00:01:52: So ein bisschen zu deiner Biografie auch kommen... Du bist in Wernigerode geboren, und hast dann gerade schon erwähnt dein Abitur in Blankenburg am Tee gemacht und bist jetzt sozusagen freischaffender Künstler Und da will ich so ein paar Stationen auch sehr gerne nennen.
00:02:10: Deine Bühnenkarriere, und so bist du mir eigentlich das erste Mal aufgefallen oder ins Gedächtnis gekommen, begann im Jahr two-tausendsechzehn mit dem Sieg der Landesmeisterschaften in Poetry Slam in Magdeburg in der Kategorie U-Zwanzig und bei den Stadtmeisterschaften in Magdürburg im selben Jahr für alle Zuhörerinnen und Zuhürger, die nicht wissen was Poetry Slam ist.
00:02:30: Vielleicht kannst du das in ganz kurzem Setzen erklären?
00:02:32: Was bedeutet das?
00:02:33: Poetry-Slam ist ein Bühnenformat bei dem Menschen mit selbstgeschriebenen Texten auf die Bühne treten und Gedichte, Geschichten in einem bestimmten Zeitrahmen vortragen.
00:02:44: Und das Schöne dabei ist, was sich von der Lesung unterscheidet, dass es eben beformte Literatur ist, also dass es auch von Körperbewegungen lebt.
00:02:53: Das ist jetzt kein Schauspiel aber man kann das Ganze ein bisschen mehr darstellen.
00:02:58: und Poetry Slams sind auch Wettbewerbe.
00:03:01: Das heißt aus dem Publikum ergibt sich eine Jury entweder stimmt das ganze Publikums ab oder die einzelnen stimmen dann am Ende eines Abends an welcher Text für diesen Abend aus sehr subjektiver Sicht der beste Text ... des Abends war und dann gibt es einen Gewinner oder eine Gewinnerin.
00:03:16: Und das hat mir großen Spaß gemacht, ... ... im Jahr zwei Tausend Fünfzehn habe ich sozusagen meine ersten Portrait-Systeme gehabt in dem Jahr zwei tausend Sechzehnt.
00:03:23: Das ist richtig.
00:03:23: die Landesmeisterschaft an U-Zwanzig... ... Landesmeistersschaft von Sachsen-Anhalt gewonnen.
00:03:29: So ein bisschen süß klingt wenn das Leute so hervorheben als ob das waren irgendwie fünf Teile.
00:03:36: Aber es klingt wirklich gut!
00:03:37: Ich war stolz, ich war richtig stolz darauf.
00:03:38: Das war für mich sehr cool und hab das sehr gefeiert damals ja.
00:03:44: Dann bin ich aber auch ziemlich schnell nach Berlin gezogen.
00:03:46: Das war sozusagen mein letztes Jahr Sachsen-Anhalt vor zehn Jahren.
00:03:50: Ja, und jetzt lebst du ja in Berlin?
00:03:52: Und
00:03:52: das stimmt nicht ganz!
00:03:54: Ich wollte gerade den... Du hast recht.
00:03:56: Du lebst eigentlich in Berlin, aber grade in Halle.
00:03:58: Darüber wirst du gleich erzählen warum du in Hallel lebst.
00:04:00: Das ist ja spannend.
00:04:02: Aber seitdem als Autor, Poetry Slammer oder Moderator tätig, dass es das was du tust.
00:04:08: Jetzt machst du grad etwas anderes.
00:04:09: Du wirst gleich darüber sprechen.
00:04:12: Das will ich unbedingt noch erwähnen, auch den Klopbstock Förderpreis für neue Literatur im Jahr erhalten.
00:04:18: Du schreibst seit twenty-einenundzwanzig unter anderem auch für die Tats, das sollte man mindestens auch erwähnen.
00:04:23: und du hast auch zwei Bücher veröffentlicht, die ich in der Vorstellung nicht vergessen will, nämlich im Jahr zwanzigzehn dein Buch nackt in der DDR über die Spurensuche nach deinem Urgroßonkel Willi Sitte und jetzt vor kurzem erst auch in Wernigerode vorgestellt erschienen dein zweites Buch Starkstromzeit über die Suche nach den Spuren des Lampendesignens deiner Großeltern.
00:04:47: Vielleicht fangen wir an.
00:04:48: Ach so, du hast natürlich auch noch Mitgliedschaften.
00:04:49: bist im Kunst- und Kulturverein?
00:04:50: Du bist in der Christa Wolf Gesellschaft.
00:04:53: Du bist Mitglied im Pen Berlin.
00:04:56: Was ist das eigentlich?
00:04:57: Der Pen Berlin, das ist ein Verein bzw den Pen Club.
00:05:02: Den gibt es ja beziehungsweise verschiedene Pens.
00:05:05: Gibt es weltweit.
00:05:06: Ich glaube, ich habe im Jahr neunzehnundzwanzig oder neunzentvierundzwandzig in London gegründet und setzte sich für die Freiheit des Wortes ein.
00:05:14: Für Meinungsfreiheit.
00:05:15: Es gab dann auch einen deutschen Exil-Pen zur Zeit des dritten Reise und gab einen westdeutschen Pen, einen ostdeutschten Pen.
00:05:25: Dann haben sich beide Pennnetzwerke dann auch verbunden zum Pentzentrum Deutschland.
00:05:30: Und in dem Jahr zwei Tausend Zweiundzwanzig gab es sozusagen eine Trennung das Panzer- bzw.
00:05:38: sein Streit im Pen, der hervorgegangen ist aus dem damaligen Präsidenten Dennis Yücel, dem Journalisten, der auch in Gefängnis in der Türkei saß, weil dort aufgrund von Terrorismuspropaganda verdacht eingesperrt worden war oder in Urhaf gekommen ist.
00:05:55: und der war gewählter Präsident und hat sich dann in einer öffentlichen Erklärung darüber gesprochen.
00:06:03: als es um die Ukraine ging hat er von einer Flugverbotszone gesprochen, aber in einer privaten, nicht als Privatperson sozusagen gesprochen.
00:06:13: und dann gab es großen Eklat, großen Streit.
00:06:16: Und das kam schließlich zur Trennung und viele aus dem damaligen Pen-Zentrum Deutschland haben es für wichtig erhalten eine neue Ausrichtung des Pens zu gründen und so kam der Pen Berlin zustande.
00:06:31: Der Pen Berlin ist kein... Klub, der nur aus Mitgliedern besteht, die aus Berlin kommen.
00:06:37: Sondern aus Schriftstellern und Schriftstellerinnen, Journalisten, JournalistInnen aus ganzen deutschsprachigen Raum.
00:06:43: Und inzwischen sind die Freunden aber auch nicht mehr so verhärtet dass man sagt okay Die stehen sich gegenüber sondern sind einfach arbeiten beide für Für die gleiche Sache nämlich für die Freiheit des Wortes und dafür Menschen zu unterstützen dir aufgrund ihres rechts auf freie Meinungsäußerung gebraucht machen und dafür verfolgt werden in anderen Ländern, aber es geht beim Pen Berlin.
00:07:05: Und ich bin sehr glücklich, dass sich damals gefragt wurde ob ich mitmachen möchte?
00:07:08: Ich war dann bei der Neugründung des Pen-Berlins dabei.
00:07:11: Damals war ich... wie alt war ich da?
00:07:16: Um zwanzig Jahre war ich damals alt und das war für mich total toll!
00:07:20: Ich weiß auch noch ganz genau.
00:07:22: Ich hatte damals kurz davor hat ich Thea Dorn die jetzt Sprecherin ist vom vom Pemberlings Interview, weil ich ein Buch über das Wandern schreiben wollte.
00:07:31: Und sie hat da einen Interview gemacht über das deutsche Wandern oder bzw.
00:07:34: etwas geschrieben über das Deutsche Wandern und das fand ich interessant, weil er so vieles abgedeckt hatte.
00:07:38: Dann habe ich mit ihr gesprochen und so kamen wir in Kontakt und kurz darauf dann war ich gerade im Haarz unterwegs und war beim West-Haars in dem Fall und war in braunen Lage in so einer Hütte.
00:07:51: krasse Abrissschimmmusik irgendwie.
00:07:53: Und in dem Moment bin ich ans Telefon gegangen, weil es ist eine Nummer die ich nicht kannte und da war Théa Dorn dann dran und im Hintergrund lieben so viele Ballermann-Aprissschirmusik und sie hat mich dann von dieser Neugründung des Pens erzählt und gefragt ob ich mir vorstellen könnte was mitzumachen und ich war natürlich total geährt wusste aber damals gar nicht was mich erwartet und das ist so eine tolle Sache weil ich hatte noch nie in einem In einer Vereinigung, in einer Organisation oder es ist eigentlich auch eine NGO die so sinnvoll findet.
00:08:25: Beziehungsweise wo ich finde okay da gibt das viel Wirksamkeit denn es geht neben vielen Interventionen wenn es um Exilprogramme geht geht es auch um Gesprächsveranstaltungen zum Beispiel in Deutschland zu waren wie im Jahr In Ostdeutschland unterwegs in Sachsen, Brandenburg und Thüringen um dort über Meinungsfreiheit zu diskutieren mit den Leuten und also mit dem Publikum.
00:08:49: Das haben wir jetzt auch dieses Jahr gemacht aber mit dem Thema Heimat in Baden-Württemberg und Rennendpfalz.
00:08:55: Und das Tolle dabei ist dass es das Ausdurchformate zustande kommen und dass Leute sagen okay man kommt man schafft irgendwie einen gemeinsamen Raum und wir kommen ja auch mit diesem Format.
00:09:03: oder wenn die Gerude natürlich geht hier nach Sachsen Anhalt Mecklenburg-Vorpommern und auch Berlin, das ist überall dort wo gewählt wird sozusagen.
00:09:11: Und in Wernico Rute sind wir auch am achtzehnten achten
00:09:15: Werbeblock.
00:09:15: unbedingt den Termin schon vormerken.
00:09:17: Aaron vielen Dank.
00:09:18: um das sozusagen deine Vorstellung Grund zu machen bevor ich zu den Einstiegsfragen komme obwohl er ja schon mittendrin sind warum bist du jetzt oder lebst du gerade in Halle?
00:09:28: Ich bin gerade Stadtschreiber von Halle Das finde ich total toll.
00:09:34: mich beworben damals, vielleicht damals gut vor anderthalb Jahren oder das glaube ich keine Ahnung.
00:09:39: Aber ich habe mich auf jeden Fall bewormen als sie eben die Ausschreibungsfrist war und fand dass irgendwie cool bei der Halle eine Stadt war, die ich als junger Mann oder sagen wir mal auch als Junge gar nicht auf dem Schirm hatte.
00:09:53: weil ich bin ja jetzt sich im Blankenburg zur Schule gegangen bin wollten irgendwie alle nach Leipzig gehen und Leipzig fand ich irgendwie Deswegen schon uncool, weil irgendwie alle dahin gehen wollten.
00:10:05: Ich hatte jetzt auch nicht die individuellster Entscheidung getroffen in dem ich nach Berlin gegangen bin, weil das ist das Gschämästigste was man machen kann wenn er Probenz wohnt.
00:10:13: aber ich fand es cool und Halle dachte ich dann immer ne Halle.
00:10:16: also wenn Leipzig schon uncould ist, dann ist Halle sozusagen ja der der... Also das ist ja quasi das geht ja gar nicht.
00:10:22: Und irgendwie habe ich deswegen Halle nie auf dem Schirm gehabt.
00:10:27: Als ich angefangen habe, eben für meine Bücher meinen letzten Titel auch als erwähnt hast zu recherchieren.
00:10:35: Da bin ich muss sich nach Halle kommen bei meinem Urgroßonkel, also Willi Sitte.
00:10:39: der hat ja eine Halle gewirkt und gelebt und deswegen war ich immer wieder dort und fand die Stadt toll und hab auch irgendwie ne Verbundenheit gespürt und dann habe ich mich dort beworben andereseits natürlich auch beworgen weil ich es einfach toll fand was das in Stipendium so statt.
00:10:52: Schreiber sein ist ein Stipedium.
00:10:53: man kriegt Geld dafür dass man da wohnt.
00:10:56: Das ist sehr, sehr attraktiv.
00:10:57: Und natürlich
00:10:58: muss
00:10:59: man auch ein bisschen was machen.
00:11:01: aber ich finde es... Ich fühle mich da sehr wohl und deswegen wohne ich gerade in Halle.
00:11:05: Ich habe mich da sogar richtig melden lassen.
00:11:08: Ich bin da richtig am ersten Tag hingegangen und hab gesagt, ich möchte jetzt Bewohner der Stadt Halle sein.
00:11:14: und man kriegt in Hallen.
00:11:16: wenn man dort sich seine Wohnung anmeldet, kriegt man einen Gutschein geschenkt für ein Theater?
00:11:22: Kriegt man in Berlin nicht.
00:11:23: In Berlin kriegt Man nicht mehr einen Termin.
00:11:25: Da krieg ich mal nicht zur O-Meldung untermittelt oder Monate muss man warten.
00:11:29: Deswegen Halle finde ich... Aber es ist auch wirklich ein bisschen Klischee.
00:11:31: Sobald wir aus Berlin weg fangen alle an über Berlins Verlässern und dann gehen sie doch wieder hin.
00:11:37: Und
00:11:37: jetzt bist du Stadtstreiber in Halle.
00:11:39: vielleicht ganz kurzer Exkurs.
00:11:40: was bedeutet das?
00:11:42: und wäre das ein Modell?
00:11:44: Was machst du?
00:11:47: Was schreibst du?
00:11:48: Also, Stadtschreiber.
00:11:50: Das gibt es eigentlich, glaube ich, seit dem Mittelalter.
00:11:52: Es klingt auch sehr mittelalterlich finde ich.
00:11:54: Absolut ja!
00:11:54: Ich bin von vielen Leuten gefragt.
00:11:55: wenn ich denen das erzähle denke ich sitze dann in so einem Turm und schreibe eine Chronik oder... ...pädakieren.
00:12:01: Genau mit einer nachen Mütze laufe ich über den Marktplatz und fange an Leute zu bespaßen.
00:12:07: Das ist nicht ganz der Fall aber ein bisschen ähnlich vielleicht.
00:12:11: also nein aber ich habe ne.
00:12:14: Man bekommt eine Wohnung, also die Stadthalle macht das so.
00:12:17: Die Stadt Halle stellt mir eine Wohnung und finde ich sehr angenehmer Lage und ein monatliches Stipendium zur Verfügung, ich glaube von tausend zweihundert Euro was total gut ist weil es ja eben nicht frei ist und man kriegt Geld um.
00:12:33: die Idee ist um an einem Projekt zu arbeiten dass man sich um keine Miete Gedanken machen muss.
00:12:39: man kriegten Wohnungen und kriegt dies mübbeliert Freiarbeiten kann.
00:12:45: Und was die Stadt dann erwartet, das ist immer von Stadt zu Stadt unterschiedlich.
00:12:50: Die Stadt Mainz macht es zum Beispiel so, dass sie mit dem ZDF einen Film am Ende macht oder der Stadtschreiberin Halle hat relativ geringe Ansprüche an mich nämlich eine Antrittslesung, die habe ich jetzt gemacht und eine Abschlusslesung zwischendurch, dass ich mich in das Stadtleben einbringe wie auch immer sich äußert.
00:13:11: Und bei mir ist es aber so, dass ich das ganz freiwillig mache weil ich das sehr interessant finde gerade jetzt dort zu wirken.
00:13:19: Ich find' das eine höchst spannende Zeit.
00:13:21: Gerade haben wir Stimme vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt die ja uns alle glaube ich ziemlich bewegen sowie jede Landtagswahl jemals bewegt.
00:13:29: Aber dieses Mal ist es irgendwie noch...
00:13:31: Besonders!
00:13:32: Besonders, weil da einfach eine große Nervosität im Raum steht und auch vielleicht ein einmaliger Regierungswechsel, den ich nicht hoffe.
00:13:41: Aber der von dem auf die, wo alle drauf gucken gerade auf Sachsen-Anhalt und das finde ich spannend.
00:13:46: Und vielleicht noch mal kurz um zu sagen ob das was für Wernig Rode ist?
00:13:49: Ich finde schon weil ich finde dass das automatisch Leute also gerade Leute die ohne mich da jetzt herauszustellen aber die sich die ja vielleicht Leute, die es sehr reizvoll finden sich mit einer Stadt verbinden zu wollen.
00:14:04: Weil ich merke dadurch das Halle, dass mir sehr viel Aufmerksamkeit gibt... Die Interesse des Kulturamtes ist dort ein extrem engagiertes Kulturamt.
00:14:19: Ein Mann der heißt Kalschura, der betreut mich da so hingebungsvoll und mit Leidenschaft, aufgenommen und wahrgenommen fühle.
00:14:28: So wie es glaube ich vielen Leuten geht, wenn sie auch eine neue Heimat suchen oder einen neuen Wohnort suchen.
00:14:36: Und das erzeugt in mir ein sehr großes Wohlbefinden so dass sich, dass ich auch sehr viel Lust habe etwas zu tun und ich glaube das strahlt ja auch nach außen weil ich meine ich erzähle überall wo ich bin erzähle ich gerne von Halle ich hab ja auch dadurch dass ich ja auch Kolumnen schreibe und auch eine gewisse, sei es keine Riesene auf der Öffentlichkeit aber eine gewissere Öffentlichkei.
00:14:59: Das erzähle ich auf jeden Fall in Halle.
00:15:00: Ich meine Halle hat jetzt nicht unbedingt viele Leute kennen Halle, aber trotzdem haben ja viele Leute vielleicht auch Vorbehalte so wie ich auch vorbeinander hatte über Halle weil wenn die Große ist das glaube ich weniger der Fall.
00:15:10: Aber ich glaube Es ist sehr reizvoll für diese Stadt Wenn Künstler und Künstlerin Die Stadt in ihre Literatur mit einweben und klaren und oder auch über das mit einem ganz anderen Blick in Kolumnen zum Beispiel schreiben.
00:15:25: Das könnte Formate können da ja ganz unterschiedlich sein, ich glaube dass es total gut für eine Stadt und ich glaube das ist gar nicht so viele Städte im Sachsen-Anhalt gibt die Literaturstipendien so ausschreiben, dass... Ich glaube es gibt Salzwedel, es gibt Kalbemilde Und Halle und Magdeburgschamstadt schreibe Spinnen.
00:15:45: Ja, also deswegen glaube ich Wernigrode wäre ich sehr dafür das Wernighode einen Stadtschreiber oder eine Stadsschreberin.
00:15:50: Und danke!
00:15:50: Das nehme ich einfach mal so als Impuls mit und mich damit mal beschäftigen.
00:15:54: Ich würde jetzt zu den Einstrichsfragen kommen und ich bitten sozusagen so kurz wie möglich zu antworten dass wir noch ein bisschen Zeit haben um über deine Themen zu sprechen Oder was dich bewegt.
00:16:02: welches welche Bücher liest du gerade?
00:16:05: Ich lese grade von George Breck die Dinge von Giovanna Reisinger Pleasure.
00:16:13: Wenn die Dinge ... Das ist ein Buch, das war in den Sechziger Jahren.
00:16:16: da geht es darum um Leute, die sich um einen verliebtes Paar was ich vor allem über Gegenstände und Einrichtungen identifiziert.
00:16:24: und so eine Milieustudie, die finde ich total interessant und schön auch noch lustig.
00:16:30: Und Giovana Reisinga ist eine Filmemacherin, Autorin, Schrittstellerin, die ein Buch über Genuss schreibt.
00:16:40: Es ist ein Manifest für die Völlerei, für den Kids und für den Glamour.
00:16:44: Das macht mir sehr viel Spaß das zu lesen.
00:16:48: Sehr schön!
00:16:48: Hast du einen Lieblingsreiseziel?
00:16:50: Ja... Auf der einen Seite die Schweiz.
00:16:54: Vor allen Dingen Zürich mag ich sehr gerne und die Italienische Schweiz.
00:16:59: Und die Toscana vor allem die Marama-Region war ich vor Kurzem mit meiner Freundin und meinen Eltern.
00:17:07: Total großartig.
00:17:09: Das fand ich richtig schön, das ist aber auch Italien.
00:17:10: Ist immer so ein Sehnsuchtsort von mir und deswegen auch ganz besonders Rom.
00:17:15: Rom als Stadt finde ich großartige.
00:17:17: Und das ist eine Lieblingspräsentation.
00:17:20: natürlich gerne Werden die Geroute?
00:17:23: Welcher Person würdest du gern einmal begegnen wenn du könntest?
00:17:25: Die kann doch leben, kann aber auch schon verstorben sein.
00:17:27: gibt es hier jemanden?
00:17:30: Christa Wolf.
00:17:32: Weil die Literatur einfach liebe und weil sie mich sehr sehr beeinflusst Wolfgang Herndorf, einfach weil ich gerade wieder seinen, der ist jetzt im Jahr zwei Tausend Dreizehn verstorben.
00:17:43: Gerade wieder sein Blog Arbeit und Struktur gelesen habe und sehr von seinem Arzt zu schreiben berührt bin.
00:17:49: also dass der Autor der CIC geschrieben hat.
00:17:51: Cic
00:17:51: geschrieben hat?
00:17:52: Und dann von Fatih Jakin verfilmt wurde.
00:17:54: ne meine ich.
00:17:54: Ich
00:17:55: glaube das, ja ich glaube... Großer
00:17:57: Fatih jakin es ist ja türkischer eigentlich der beste Regisseur finde ich in Deutschland.
00:18:02: Ich hab dir mal beim Eisessen getroffen in Hamburg.
00:18:04: Ja, das war total ... Das ist ein Schade!
00:18:05: Ich beneide
00:18:06: dich.
00:18:07: Aber ich hab dann so ganz schwichtern gesagt, äh, ich find ihre Filme toll und da hat er gesagt danke, und es ging.
00:18:12: Aber das ist ja auch okay.
00:18:13: Und?
00:18:14: Ja.
00:18:14: Willi Brandt.
00:18:15: Ja.
00:18:16: Das kann ich... Also, kann ich nachvollziehen.
00:18:19: Als ich bei dir Helmut Schmidt auf den Tisch gesehen habe, hab ich gedacht auch Helmut Smith aber ich weiß nicht, willi brandt ist noch mal irgendwie, also, will die jetzt auch nicht vergleichen, aber will i brandt?
00:18:27: Die
00:18:27: sind auch völlig unterschiedlich.
00:18:31: Die drei würde ich gerne sehen und nachvollziehbar.
00:18:35: Okay, welchen Beruf würdest du erlernen wenn du noch mal was ganz anderes machen könntest in deinem Leben?
00:18:39: Gibt's was!
00:18:41: Ich würde gerne Produktdesign studieren glaube ich.
00:18:45: Und als ich jetzt nochmal darüber nachgedacht habe, würde ich gern gemälde Restaurateur.
00:18:51: Das würde mich auch interessieren.
00:18:53: Da müsste sich aber meine Persönlichkeit komplett ändern weil ich glaube ich könnte gar nichts anderes machen wollen.
00:18:59: ausserschreiben.
00:19:01: Es klingt jetzt ein bisschen pathetisch, aber es ist einfach so.
00:19:03: Mir fällt mir fällt... Ich habe ja auch mehrfach versucht dann wenn ich noch mal was zu studieren oder zu überlegen.
00:19:10: okay also es gab auch eine Zeit wo ich jetzt nicht vom schreiben leben konnte und da hab' ich auch Sachen gemacht und ich fand das immer wirklich richtig richtig schlimm.
00:19:22: Wenn du nichts schreiben konntest
00:19:23: sozusagen.
00:19:26: Auf welchen Alltagsgegenstand könntest du nicht verzichten?
00:19:29: Mein Laptop.
00:19:29: Wegen des Schreibens?
00:19:30: Wegen desschreibens.
00:19:31: Schreibst du immer auf Laptopp oder handschriftlich, wahrscheinlich nicht, ne?
00:19:35: Handschriftig...
00:19:36: Ich kauf mir immer Notiersbücher weil ich schreibe nie was rein.
00:19:40: Also ich denke dann immer, ich müsste jetzt mal Tagbuch führen und ich müsste mir etwas aufschreiben aber ganz selten schreiber ich dann was rein und also mein Handy schreibes ziemlich viel.
00:19:47: Ja mach' ich auch
00:19:48: ja!
00:19:49: Und auf meinen Laptops halt so.
00:19:51: eine Schreibtmaschine habe ich mir auch gekauft Aus Nostalgie und Dichterkitsch-Anmutung, aber da schreibe ich auch nie was rein.
00:20:03: Aaron, danke!
00:20:04: Zum Anfang haben wir gleich so ein Thema, darüber wollen wir uns unterhalten oder das möchtest du gerne mitbringen.
00:20:09: zum Thema Treffpunkte, Menschen treffen auf dem Teilsorte?
00:20:13: Da kommen wir gleich zu... Hab noch zwei Fragen zur Wernigerode, da du ja auch schon ein paar Jahre weg bist.
00:20:19: Was vielleicht so ganz kurz ... was verbindest du mit Wernigerode und gibt es einen zwei Plätzchen in Wernige-Rode die total gut findest?
00:20:26: Also mit Warnigerode verbinde ich vor allen Dingen meinen Geburtsort oder den derzeitigen Wohnort meiner Eltern und damit auch ein Gefühl von Zuhause.
00:20:36: Ich sage jetzt ganz bewusst zu Hause weil ich seit dem ich in Berlin wohne, meine Eltern hier hergezogen sind im Jahr zwei tausend siebzehn achtzehnt.
00:20:46: Ich immer wieder gesagt habe wenn mein Heimat ist Wernigurute und ich hab jetzt wo wir uns was ich anfangs erzählt hat mit dem Pen Berlin auf einer Gesprächsveranstaltungsreihe mit dem Thema Heimat begeben haben gemerkt das geht sogar nicht ganz auf weil immer wenn ich hier bin ich freue mich besonders auf meine auf meiner Eltern ich freue ... eine Willkommen sein, genieße von... Wenn ich die Veranstaltung mache, Portresens mache.
00:21:13: Wenn ich hier zum Podcast eingeladen werde von dir,... ...dass ich dich duzen kann als Oberbürgermeister ist ja auch einfach toll.
00:21:19: Aber ich merke dass ich nichts automatisch bei mir aktiviert.
00:21:24: Also kein Gefühl und das merke ich im Blankenburg ganz stark.
00:21:27: Das ist nicht immer angenehm weil ich in Blankenburger auch sehr blöde Erfahrungen gemacht habe.
00:21:34: auch schöne Erfahrungen, aber auch blöde Erfahrungen.
00:21:35: Und ich deswegen auch so ein Versuch habe, so einen Stück Abstand zu nehmen und zu sagen, okay, erfinde mich jetzt ganz neu!
00:21:39: Ich sage jetzt Wernigrode ist meine Heimat.
00:21:42: Das geht nicht so ganz auf, hab' ich gemerkt.
00:21:43: Deswegen ist es im Blankenburg meiner Heimat würde ich sagen... Aber Wernigerode ist ein Stück Zuhause bei meinen Eltern hier wohnt und weil ich ja auch Resonanz erfahre.
00:21:56: Und das verbinde ich mit Wernigerode.
00:21:58: Meine Familie ist ja ... Meine Oma hat hier die ganze Leben lang gelebt Teil meiner Familie hier gewohnt.
00:22:04: Und so Plätzchen werden die Grutes eben, die Heinrich-Heine Straße da wo meine Eltern wohnen und und der Wald drumherum.
00:22:15: Und der arme Leuteberg ist für mich auch ein ganz wichtiger Ort, den ich sehr liebe, der auch so einen Ausflugsziel für meine Familie war.
00:22:25: Ich war erst mal vor zehn Tagen mit deinem Papa auf dem
00:22:28: Arm.
00:22:30: Zu einer Veranstaltung der Kinderklinik.
00:22:32: Der Fördervereins der Kinder-Klinik hat man wunderschönen Armen da oben verbracht.
00:22:35: Das
00:22:36: war richtig gut!
00:22:37: Dein Papa ist ja auch kein Unbekannter in Werniger.
00:22:39: Rote.
00:22:40: Fraktionsvorsitzender Stadtrat Kriegst unterhaltet ihr euch über Stadtpolitik?
00:22:44: Ist das ein Thema für dich?
00:22:46: oder sagst du, Papa lass mich damit in Ruhe ich bin zu weit weg.
00:22:49: Nee gar nicht.
00:22:49: also ich rede mit meinem Vater ganz viel darüber.
00:22:54: Ich finde das auch sehr inspirierend und merke und das schätze ich auch sehr an ihm auch wenn ich das im Gesprächen.
00:23:02: wir streiten uns furchtbar schnell.
00:23:06: Es ist einfach so, wo ich danach immer denke.
00:23:08: Das war doch jetzt wieder komplett unnötig.
00:23:09: Weil ich schon auch aus dieser Sohn-Vaterrolle, also der Sohnenrolle schnell mich sofort angegriffen fühle.
00:23:16: In Ansicht nach, obwohl ich danach eigentlich darüber nachdenke... Eigentlich ist er doch ganz anders als viele andere Männer in seinem Alter weil er ist schon auch kompromissbereit und hört zu und
00:23:28: so kenne ich ihn auch.
00:23:28: Ja und hinterfragt sich auch selbst und ich denke aber Hau da manchmal dann so, als ob ich gerade vierzehn bin.
00:23:36: Gehe ich in den Dialog rein?
00:23:37: Aber wir reden schon sehr viel weil ich auch merke einfach seine Engagement und vor allem seine angenehme Unruhe wenn es um Sachen geht die er nicht richtig findet und hat so eine extrem Gerechtigkeit sind, den ich selber eindruckend finde und sehe viele Sachen aber auch anders als er.
00:23:54: Das macht grad sehr viel Spaß und das bewegt mich natürlich auch wenn ich gerade weit weg bin wo ich merk okay... Ich kann mich jetzt grade über über die aktuelle Lage sorgen, aber so die wirklichen Probleme an der Basis.
00:24:07: Die kriege ich gar nicht mit, die in der Kleinschaft sind zum Beispiel Berlin gibt es auch Problems, die sind aber auch schon ein ganz anderes als wenn sie gerote und dann aus der Ferne so übersagst Anleit nachzudenken.
00:24:16: das ist mir damals schwer gefallen.
00:24:18: jetzt geht es ein bisschen anders weil ich ja direkt im Halle bin Und irgendwie eine andere Verbundenheit dazu spüre.
00:24:24: Aber So deswegen gibt es dass beides.
00:24:26: einerseits bin Ich weit weg aber ich würde niemals sagen lasst mich damit Ruhe weil es mich schon irgendwie interessiert.
00:24:33: Der Streit ist dann manchmal trotzdem da, aber es ist vielleicht auch normal.
00:24:37: Glaub ich auch dass das normal ist.
00:24:39: noch die zweite Frage und dann kommen wir vielleicht noch zu deinem Thema.
00:24:42: auch du hast ja zwei Bücher geschrieben über die DDR Zeit.
00:24:46: als recht junger Mann, der ja eigentlich daran gar keine Erinnerungen mehr wirklich haben kann.
00:24:50: Sozusagen aus eigenem Erleben, hast du dich also mit historischen Themen beschäftigt?
00:24:55: Wie bist du darauf gekommen, als Autor dich in deinen ersten beiden Büchern mit der DDR-Zeit auseinanderzusetzen?
00:24:59: Das fand ich spannend!
00:25:01: Jedes andere Thema hätte dich bewegen können.
00:25:03: Ist das aus persönlichen Erzählungen passiert, aus einem Interesse heraus für die Zeit... wie kam das?
00:25:11: Also das kam dadurch dass ich mich mit der Biografie von meinem Urgroßonkel beschäftigen wollte.
00:25:17: Wirdi Sitte Maler, Verbandespräsident bildender Künstler der DDRZK, mitglied später auch und vor allen Dingen der Onkel meiner Oma, ja der Großonkel meiner Mutter und eben mein Urgroßen Onkel.
00:25:28: aber ich habe ihn nie kennengelernt, wenn er erst im Jahr zwei Tausend Dreizehn verstorben ist.
00:25:34: Aber trotzdem hab' ich ihn nicht kennengelernet Und ich wollte anlässlich seines hundertsten Geburtstag einen Text über ihn schreiben.
00:25:40: das war auch so ein bisschen meinen Anfang ins Reportagen schreiben.
00:25:44: Damals habe ich für das neue Deutschland geschrieben, oder ND.
00:25:47: Und dachte, hab meine Oma damals erzählt und sie gefragt ob sie das kennt?
00:25:50: Das neue Deutschland hat mich ziemlich ausgelacht.
00:25:52: Also es zeigt auch ein bisschen meinen Wissen über die DDR damals.
00:25:56: So hab' ich dann angefangen überhaupt erst Fragen zu stellen zur DDR.
00:25:59: Das hatte nämlich in meiner Familie und auch im sonstigen Leben eigentlich vorher keine große Rolle gespielt außer sich halt so die Basics wusste, Mauerbau-Mauerfalle
00:26:06: usw.,
00:26:07: aber Gespräche darüber gab's nicht.
00:26:10: Und so habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen Und gemerkt, dass das für vielen in meinem Alter auch eine Rolle spielt gerade.
00:26:21: Also zumindest für viele Schreibende muss ich dazu sagen die nicht jetzt weiter in ihrem Wohnholz sind oder beziehungsweise vor allem im kreativen Bereich sind vielleicht auch für mehr aber ich habe ja überhaupt sich mit denen gesprochen und dass es auf ganz unterschiedliche Reaktionen bei den Gesprächspartnern führt und auch sehr auf emotionale Sachen.
00:26:37: da wurde es für mich interessant weil ich gemerkt hab was zwar schon etwas sehr alt wirkt, aber noch relativ oder nicht noch.
00:26:47: Weil ich meine früher haben Leute auch darüber gesprochen, aber gerade irgendwie eine andere Sprache findet und da habe ich für mich einen Weg gefunden der mir ganz viel Neues zeigt also so und auch ganz viel neues über die Gegenwart erklärt.
00:27:01: und das fand ich interessant mich damit immer weiter zu beschäftigen Auch weil ich es interessant fand dass das vorher eben in der Schule keine große Rolle gespielt haben, obwohl die meisten Lehrer in den DDR ja erlebt haben.
00:27:16: Und wir haben uns Zeitzeugen eingeladen, die dann was über den DDR-Altag erzählen sollten, obwohl man ja auch hätte denken können okay aber irgendwie haben das doch alle selbst erlebt.
00:27:25: Aber es ist vielleicht war damals nicht die Zeit, keine Ahnung.
00:27:30: auf jeden Fall hat mich da ganz viel Neues interessiert und deswegen wollte ich darüber schreiben und seitdem denke ich da auch ständig drüber nach und das ist für mich immer ein Ausgangspunkt um auf Themen zu blicken.
00:27:39: Nicht auf alle!
00:27:40: Aber es erklärt mir auch sehr viel über mich.
00:27:44: Bevor wir zum Thema Treffpunkte und zusammenkommen
00:27:47: kommen,
00:27:48: vielleicht wenn sich Zuhörerinnen und Zuhörer informieren wollen Aron über das was du machst für deine Bücher, für deine Texte, für das was Du als Stadtschreiber auch machst?
00:27:57: Wo kann ich mich informieren.
00:27:58: bist Du irgendwo im Internet unterwegs?
00:28:00: Wenn jemand hat er sich mit dem Typen genauer auseinandersetzen?
00:28:04: wo kann ich das machen?
00:28:05: Ich bin auf jeden Fall im Internet auf Instagram Einfache Aron Bux, Aron mit einem A nicht mit zwei A und Bux mit einem O und K S zusammengeschrieben.
00:28:17: Ja und auf meiner Webseite auch in Bux.
00:28:18: Und deine Bücher gibt's bei Rainer Schulze wahrscheinlich hin?
00:28:20: Meine
00:28:21: Bücher gibts bei Rainers Schulze, hoffentlich!
00:28:22: Ich hoffe er hat sie noch vorredigt.
00:28:24: Musst mal vorbeischauen.
00:28:26: Jetzt hast du gesagt Tobias lass uns über... ich habe da so ein Thema Treffpunkte ein Stück weit auch eine Gemeinschaft.
00:28:33: wo trifft man sich mit Freunden?
00:28:35: was gibt es für treffpunkten die Erinnerungen haben?
00:28:37: das sind Lieblingsplätze.
00:28:37: ich hab dich gerade danach auch gefragt dass du mit Werniger Rote verbindest.
00:28:41: warum ist das ein Thema über das du sprechen willst?
00:28:45: Ich glaube, ich habe noch einen Ort vergessen, den ich auch richtig gerne mag.
00:28:49: Und das ist Orchidea.
00:28:51: Orchidae ist für mich ein Ort, an dem ich super gerne gehe mit Frau Drute da ist.
00:28:56: Nicht nur weil es gut schmeckt, sondern weil es einfach schön ist,
00:28:58: aus dem
00:28:58: Garten zu sitzen.
00:28:59: Das ist einfach toll mit Frau Trute zu reden.
00:29:01: Ich finde sie wie eine der tollsten Personen.
00:29:04: Aber warum das wichtig ist und warum Treffpunkte für mich wichtig sind?
00:29:08: Ich hab mir das als Thema auch als Stadtschreiber ausgesucht.
00:29:16: oder was gewählt werden sollte, wenn man sagt okay das ist ein Projekt mit dem ich mich näher beschäftigen möchte und das war für mich.
00:29:22: zuerst wollte ich mich mit Objekten beschäftigen weil ich das interessant fand von denen.
00:29:27: also wenn man über Gegenstände spricht kann man sehr gut in eine andere Zeit gehen.
00:29:31: aber dann habe ich gemerkt ok jetzt hab ich die ganze Zeit schon vorher gemacht.
00:29:33: Und jetzt waren wir eben auf dieser oder ich war mit Dennis Wiegel und meiner Freundin Marie Eisenmann die auch im Pen Berlin unterwegs und wir haben eben Gesprächsveranstaltungen gemacht, jetzt inzwischen den letzten anderthalb Jahren über siebzig.
00:29:46: Und haben immer erlebt wie Menschen miteinander ins Gespräch kamen aber dabei vor allen Dingen beklagt haben dass es immer mehr an Gelegenheiten mangelt miteinander zu sprechen oder in Austausch zu kommen.
00:29:58: Interessanterweise genau dann wenn Sie mit einem das sprachen
00:30:01: ja aber
00:30:02: das möchte ich auch gar nicht damit wegreden dass das irgendwie alles Einbildung ist sondern es gibt ja nicht ohne Grund.
00:30:10: Die SPD in Rheinland-Pfalz hat eine ganze Kampagne damit gestartet, die Dorfkneipe zu fördern.
00:30:19: Die AfD macht in vielen anderen Orten auch in Westdeutschland konzentriert sich auf Treffpunkte und bietet dort apropos Spritz an.
00:30:25: Also so Sachen, wo man das jetzt vielleicht gar nicht denken würde aber sie treffen damit einen Nerv nämlich dass den Leuten Orte fehlen oder Orte abhanden kommen, Kneipen zu machen müssen, Restaurants schließlich.
00:30:39: Ich bin vor ein paar Jahren durch Benzinge Rode gegangen in einen Ort, den ich aus meiner Kindheit sehr gut kannte weil meine Großeltern da eine Zeit lang gelebt haben und da habe ich gesehen dass es eigentlich nur noch viele Sachen einfach gar nicht mehr gab wo ich früher was gegessen hab.
00:30:55: das ist zwar normal, dass Orte verschwinden, es ist nun mal nicht alles so wie es bleibt so wie sie ist aber ich glaube Es gibt gerade auf dem Land vielen, vielen Orten so dass das lokale Schließenden gleichzeitig gibt.
00:31:08: Halt sich aber auch glaube ich durch die Pandemie oder auch durch sonst andere Dinge vielleicht auch durch warum auch immer das so ist So ein Verhalten, also das Verhalten geändert dass man vielleicht auch weniger rauskommt oder dass man irgendwie weniger weniger zueinander finden.
00:31:21: Social
00:31:21: Media spielt bestimmt auch eine Rolle?
00:31:23: Das kann unterschiedliche Sachen haben.
00:31:24: ich glaube aber trotzdem das war zumindest meinen Eindruck und deswegen habe ich gedacht okay ich möchte Orte finden oder möchte über Ortes sprechen wo Leute zusammenfinden wo Leute Gemeinschaft suchen weil ein Satz der mir immer begegnet ist während mich mit der DDR beschäftigt habe und damit Zeitzeug innen gesprochen hat, früher war mehr Gemeinschaft.
00:31:46: Und dann hab ich nämlich auf einer Recherche die ich in Gelsenkirchen gemacht habe weil mir gesagt wurde als wir diese Gesprächsreihe zum Thema Ostdeutschland gemacht haben wurde gesagt geht mal nach Gelsenkirchen da ist wirklich schlimm.
00:31:57: und dann war ich in Hab da vier Tage verbracht und hab dort auch mit Leuten gesprochen.
00:32:03: Da haben die Leute dann auch gesagt, früher war mehr Gemeinschaft.
00:32:07: Und ich dachte okay!
00:32:08: Dann ist mir das selbst am Bodensee begegnet.
00:32:09: Das sind dagegen wo meine Freundin ursprünglich herkommt... ...und es ist schon echt eine ziemlich reiche Region auch.
00:32:16: Es ist so ein allgemeines Verlustgefühl oder vielleicht auch so ein Veränderungsgefühl und dem wollte ich nachgehen.
00:32:21: Als ich dann angefangen habe in Halle, so habe ich einen Aufruf gemacht dass Leute mich ihre Orte zeigen sollen.
00:32:27: Ich habe gesehen viel mehr gibt, vielmehr so eine Treffpunkt oder auch Gemeinschaftsgelegenheiten die von Menschen geschaffen werden und wo Leute sich treffen.
00:32:39: Und es gibt aber auch trotzdem Gründe warum diese aus der Öffentlichkeit vielleicht auch verdrängt werden oder warum es ihnen schwerer gemacht wird.
00:32:46: Das ist das, dass da soll man dann nicht weggehen und das interessiert mich.
00:32:50: aber vor allen Dingen interessiert ich mich aber wie kommen Menschen zusammen?
00:32:55: Was braucht es oder was sind die Bedürfnisse von Menschen miteinander sich treffen wollen.
00:33:01: Was hat das aber auch für einen Effekt?
00:33:03: Eine Gemeinschaft kann ja auch scheiße sein!
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